Doppel-Bronze für Amani und Ilias beim EC in Sarajevo

Was für ein Wochenende für die Judoabteilung des MTV Isenbüttel und den Deutschen Judo-Bund: Beim hochkarätig besetzten Senior European Cup 2026 in Sarajevo schaffte das Erfolgs-Geschwisterpaar Küster den perfekten Doppelpack. Sowohl Amani Küster im Schwergewicht der Frauen (+78 kg) als auch ihr Bruder Ilias Küster in der Klasse bis 100 kg erkämpften sich nach einem packenden Wettkampfverlauf jeweils die Bronzemedaille.

Amani Küster trotzt der osteuropäischen Dominanz

In der schweren Frauenklasse (+78 kg) stand Amani Küster einer starken Konkurrenz gegenüber. Nach einem intensiven und kräftezehrenden Duellen in den Vorrunde musste sie sich um den Finaleinzug der Konkurrenz aus Serbien geschlagen geben, die die Klasse letztlich dominierten (Gold ging an Sara Maric, Silber an Anastasija Bogdanovic). Doch Amani bewies im entscheidenden Block eisernen Willen und Nervenstärke. Im Kampf um Platz drei sicherte sie sich mit einer taktisch und technisch reifen Leistung die Bronzemedaille, die sie sich auf dem Podest zeitgleich mit der Slowenin Tara Janjic teilte. Nach viel zu häufigen undankbaren fünften Plätzen ist dieser internationale Podestplatz beim European Cup der verdiente Lohn für ihre kontinuierliche Arbeit auf europäischem Top-Niveau.

Ilias Küster marschiert über die Trostrunde aufs Podest

Nicht weniger spektakulär verlief das Turnier für ihren jüngeren Bruder Ilias Küster in der Gewichtsklasse bis 100 kg. Der 1,95 Meter große Isenbütteler, der auf nationaler Ebene bereits als Medaillengewinner glänzte, erwischte einen starken Turniertag. Auf den Auftaktsieg folgte eine Niederlage gegen den späteren Zweitplatzierten Ivan Rozka aus Kroatien, doch Ilias schaltete in der Trostrunde sofort wieder auf Angriffsmodus. Nach Siegen gegen Nagladze aus Österreich und Havasi aus Ungarn stand er im kleinen Finale dem starken Kirgisen Bekauri gegenüber.

Beide Athleten schenkten sich nichts und erhielten jeweils einen Yuko, den sie bis zum Ende verteidigten. Der Golden Score musste her: hier übernahm der Isenbütteler Hüne einen Angriff seines Kontrahenten spektakulär und sicherte sich so die zweite Bronzemedaille des Wochenendes für die Familie Küster. Ilias untermauerte damit eindrucksvoll seine Ambitionen in der europäischen Männerklasse.

Duisburg, wir kommen

Das gemeinsame Edelmetall auf europäischer Bühne ist das Resultat jahrelangen, harten Trainings am Landesstützpunkt und im Heimatverein. Dass zwei Geschwister zeitgleich beim selben European Cup auf dem Podium stehen, ist im internationalen Judosport schon was ganz besonderes. Das Trainerteam zeigte sich im Anschluss mehr als stolz: Die Kampfansage, im Jahr 2026 „nach den Sternen zu greifen“, haben Amani und Ilias Küster auf den Matten von Sarajevo eindrucksvoll in die Tat umgesetzt. Nächste Woche steigen dann die nationalen Titelkämpfe in Duisburg, zu denen der MTV sich mit vier Judoka qualifiziert hat. Darunter natürlich auch das Geschwisterduo Küster.