Insgesamt unglaublich viele spannende Kämpfe und in der 66kg-Klasse macht es der Isenbütteler Tom Scholz dramatisch bis zum Schluss: Die Norddeutsche Meisterschaft der Judoka (Männer und Frauen) fand am Samstag, 23. Mai 2026, statt und bot den Athleten, mitgereisten Fans und allen Zuschauenden aus der Region hochklassigen Wettkampf auf Spitzenniveau.
Sowohl die angereisten Gäste und Fans, als auch der Ausrichter zeigten sich nach dem Turnierende rundum begeistert. Die Organisation lief reibungslos, der Zeitplan wurde perfekt eingehalten und die Rahmenbedingungen in der großen Schulsporthalle boten eine hervorragende Kulisse für die norddeutschen Titelkämpfe. Alle Beteiligten lobten einhellig die Professionalität sowie die herzliche Gastfreundschaft vor Ort, was die Meisterschaft zu einem rundum gelungenen Event machte.
Bronze für Tom Scholz, Silber für Meyer und Gold für Küster
Auch sportlich war das Niveau beeindruckend. Bei den Männern überzeugten das Dreamteam Tom Scholz (-66kg) und Tom Meyer (-81kg), die sich am Ende mit Bronze und Silber das Ticket zur Deutschen Meisterschaft am 06. und 07. Juni in Duisburg sicherten. Beide hatten sich im Verlauf des Turniers gegen eine Reihe schlagkräftiger Gegner durchgesetzt und ließen auf dem Weg zur Medaille Technik, Kondition und taktisches Gespür erkennen. Ebenso stark zeigte sich Amani Küster (+78kg), die sich durch ihre souveränen Siege als norddeutsche Meisterin 2026 bezeichnen darf. Bruder Ilias Küster hatte sich bereits durch seine Vorjahresmedaille bei der Deutschen Meisterschaft 2025 in der 100kg-Klasse qualifiziert und verfolgte an dem Tag die Kämpfe vom Mattenrand aus.
Tom Scholz sicherte sich den dritten Platz und komplettierte damit das erfolgreiche Abschneiden. Mit beherztem Einsatz und einer durchweg abgebrühten Kampftaktik zeigte Scholz bereits auf dem Weg ins Halbfinale eine starke Vorstellung. Eine Unachtsamkeit im Einzug ins Finale in den ersten 30 Sekunden führte zur entscheidenden Wertung gegen den Isenbütteler, der damit automatisch in das Kleine Finale (Kampf um Platz 3) rutschte. Auch hier erwischte der junge Kämpfer von der Hehlenriede keinen so guten Start und ging mit Waza-ari in Rückstand. Nach ungefähr der Hälfte der Kampfzeit gelang ihm der Ausgleich und weitere gute Ansätze folgten, führten in der regulären Kampfzeit aber nicht zur Wertung. Der Golden Score musste herhalten und hier gelang ihm dann der entscheidende Wurf. In einer typischen Mattenrandsituation schraubte Scholz sich mit einem Schulterwurf unter seinen Partner und warf ihn verdient Ippon. Bronze!
Vereinskollege Tom Meyer kämpfte sich im 81kg-Limit ebenfalls ins Halbfinale vor. Eine frühe Waza-ari-Führung mit einer Abtauchtechnik für den Isenbütteler verschaffte Sicherheit im weiteren Kampfverlauf. Nach knapp drei Minuten gelang Meyer die zweite Waza-ari-Wertung und damit der vorzeitige Einzug ins Finale. Nach Ablauf der vollen vier Kampfminuten musste er sich hier dem starken Hamburger Can Ilias Yosul geschlagen geben. Am Ende ein absolut verdienter Treppchenplatz. “Wie bei der Landesmeisterschaft hat Tom auch heute wieder einen Bombentag in der 81kg-Klasse erwischt, auch wenn er heute viele Chancen im Boden liegen gelassen hat.” schob Coach Christian Spilner stolz mit einem zwinkern hinterher.
Für die anderen Isenbütteler Athleten hat es dieses Mal nicht ganz gereicht. Christian Gnegel (-66kg) verpasste die Medaillenränge und wurde Fünfter. Max Lossin und Tim Pfeiffer (beide -73kg) kegelten sich gegenseitig aus dem Wettkampfgeschehen, als sie in Runde 1 direkt aufeinander trafen. Für Pfeiffer sprang am Ende immerhin noch Platz 7 raus. Platz 7 gelangen Maksym Savchenko (-90kg) und Felix Spilner in der 81kg-Klasse ebenso. Sönke Gerhardt (ebenfalls -81kg) und Max Schutan (-100kg) kamen nicht über zwei Kämpfe hinaus; René Walter schied nach einer Auftaktniederlage im 90kg-Limit verletzungsbedingt aus.