Bei den Deutschen Einzelmeisterschaften der Männer und Frauen 2026 in Duisburg gab es Grund zur Freude für den Landkreis Gifhorn. In einem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld stellten sich Isenbüttels Judoka der nationalen Elite – und sorgten letztlich auch für Jubelstürme in unseren Reihen. Mit einer Bronzemedaille für Amani und einem 5. Platz im Gepäck kehrten die Hehlenrieder in Richtung Heimat.
In der Frauen-Konkurrenz ging Amani Küster hochkonzentriert und mit absolutem Siegeswillen auf die Matte. Dass der Weg aufs Podest bei einer Deutschen Meisterschaft kein Spaziergang wird, war von vornherein klar. Doch Amani zeigte, dass sie diese Medaille unbedingt haben wollte und steigerte sich von Kampf zu Kampf. „Vor allem nach der viel zu schnellen Viertelfinalniederlage gegen Hannah Schatten, bewies Amani Kampfgeist und Moral“, so Coach Verhülsdonk. Auf dem folgenden Weg ins kleine Finale bezwang sie sowohl Arjana Kodra aus Würtemberg als auch „Angstgegnerin“ Selina Mangold aus Rheinland-Pfalz vorzeitig. Im entscheidenden Kampf um Platz 3 mobilisierte Amani ein letztes Mal für diesen Tag alle Kraftreserven und ackerte ihre Gegnerin Melina Wien aus Nordrhein-Westfalen minütlich müde. Mit einem krachenden Soto-Maki-Komi in der letzten Kampfminute machte sie den Sack zu – Ippon und BRONZE! „Ein toller Erfolg und der verdiente Lohn für einen konzentrierten Wettkampftag.“, war sich das Trainertrio Verhülsdonk, Spilner & Nomigkeit nach dem Sieg einig.
Nicht weniger dramatisch ging es bei den Männern zu. Bruder Ilias fand sich nach seiner Viertelfinalniederlage gegen Jannis Baschin aus Berlin in der Trostrunde wieder. Hier bezwang er Lokalmatador Alexander Heidrich vom PSV Duisburg mit Haltetechnik. Nach einem weiteren Sieg gegen den Brandenburger Paul Symainski stand er im kleinen Finale Pierre Ederer aus Tauberbischofsheim gegenüber. Nach voller Kampfzeit standen zwei kleine Wertungen gegen den Hünen aus Isenbüttel auf dem Scoreboard und damit der vermeintlich undankbare fünfte Platz. „Am Ende bist du 5.! aus ganz Deutschland in deiner Gewichtsklasse. Das blendet man leider immer wieder aus, weil der Medaillenrang so knapp verpasst wurde. Aber auch das musst du erstmal schaffen.“, so Nomigkeit, der Küster aus der Box heraus bei seinen Kämpfen begleitete. Für Tom Scholz und Tom Meyer endete die Reise viel zu früh. Beide Sportler verloren ihre Auftaktkämpfe und schieden aus dem Wettbewerb aus. „Die Jungs und Mädels reißen sich im Training immer und immer wieder den Arsch auf, um hier zu sein. Da fiebert man als Trainer in jeder Sekunde, bei jedem Griff und bei jedem Ansatz des Kampfes mit. Wir sind stolz auf das, was unsere Judoka hier immer leisten.“, fasste Trainer Christian Spilner am Ende des zweiten Wettkampftages treffend zusammen.